Cannabinoide in Muttermilch
 &
Körpereigene Endocannabinoid-System 

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Cannabinoide nicht nur in Pflanzen vorkommen – sondern auch in unserem eigenen Körper?

Bereits kurz nach der Geburt kommen Babys mit dem körpereigenen Endocannabinoid-System (ECS) in Berührung: Muttermilch enthält natürliche Cannabinoide wie 2-AG (2-Arachidonoylglycerol).
Diese Substanz spielt eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung des Säuglings, insbesondere beim Saugreflex, der für das Stillen notwendig ist. Ohne die Wirkung dieser körpereigenen Cannabinoide könnten Neugeborene den Saugvorgang nicht richtig ausführen.

 Das Endocannabinoid-System – unser inneres Gleichgewicht

Das ECS ist ein komplexes Netzwerk aus Rezeptoren (v. a. CB₁ und CB₂), Botenstoffen (z. B. Anandamid und 2-AG) und Enzymen.
Es beeinflusst viele lebenswichtige Prozesse:
Stimmung & Glücksempfinden
Appetit & Verdauung
Schmerzverarbeitung
Schlaf
Immunsystem
Zellschutz & Entzündungshemmung
Der Name „Anandamid“ leitet sich vom Sanskrit-Wort „Ananda“ (Glückseligkeit) ab – ein Hinweis auf seine Bedeutung für unser emotionales Wohlbefinden.

 CB₂-Rezeptor: Mehr als nur Immunabwehr

Lange galt der CB₂-Rezeptor als reiner Immunrezeptor – doch aktuelle Studien zeigen: CB₂ ist auch im Gehirn aktiv und hat direkten Einfluss auf:
Emotionale Balance
Angst- & Depressionsregulation
Belohnungssystem (z. B. Dopaminfreisetzung)
Stressreduktion durch Hemmung von Entzündungen
Die Aktivierung von CB₂ führt zu einer verbesserten Ausschüttung von Glückshormonen (z. B. Dopamin) und körpereigenen Opioiden – ohne dabei psychoaktive Effekte wie bei CB₁ zu verursachen.

Wissenschaftlich belegt

2-AG in Muttermilch: Höher konzentriert als Anandamid, aktiviert wichtige Reflexe beim Säugling
Quelle: Di Marzo et al., 2003 (PubMed)
Endocannabinoide steuern Saugreflexe: Nachgewiesen bei Neugeborenen
Quelle: Fride et al., 2001 (PMC)
CB₂-Rezeptor & Glücksgefühl: Beteiligung an Dopaminregulation & emotionalem Wohlbefinden
Quelle: Onaivi et al., 2006 (PubMed)
CB₂ als therapeutisches Ziel bei Stress, Angst und Depression
Quelle: Navarro et al., 2016 (PubMed)